25.Etappe 09.09.2010

Zamora – Montamarta
Diesmal war ich nicht der Erste, einer meiner beiden spanischen Mitpilger wollte heute wieder eine Etappe über 30 km machen und stand vor mir auf. Er hat bereits einige Blasen. Vielleicht sehe ich Ihn in ein paar Tagen wieder. Bisher haben diese sogenannten „harten Jungens“ einige Zeit später wieder kürzer getreten.

Das Frühstück stand schon bereit. Eine spanische Hospitalera war fleißig bemüht immer Kaffee und Cornflaks bereitzustellen. Endlich wieder normalen schwarzen Kaffee! Ich genoss ausgiebig das Frühstück. Da die heutige 18 km Etappe ja recht kurz ist, verließ ich erst um 8:00 die Herberge. In der Altstadt übersehe ich prompt die Abzweigung und gehe weiter geradeaus. Inzwischen zur Gewohnheit geworden, schaue ich öfters in Orten auf mein Navi. Daher erkenne ich recht bald den falschen Weg. Eine junge spanische Pilgerinnen läuft ebenfalls falsch. Leider hat Sie wohl kein Vertrauen in meinem Hinweis und läuft weiter. Schnell finde ich wieder den Weg. Es dauert aber fast noch bis 10:00 bis ich endlich wieder abseits in der Natur bin. Die Landschaft ist heute nicht so spektakulär wie gestern. Auch verläuft der Weg immer in Sichtweite der Nationalstraße, aber mein tac, tac, tac… übertönt deutlich das leise Geräusch des Verkehrs. Ich laufe gemütlich meines Weges.

Irgenwann erreiche ich Coni, Niki und Lisa, die drei deutschen Frauen. Gemeinsam gehen wir weiter. Bereits um 12:00 erreichen wir die sehr schlichte Herberge, etwas abseits des Ortes. Ich habe das Gefühl man tut etwas für die Pilger aber die sollen der Dorfgemeinschaft nicht zu nahe kommen. Auch liegt die Herberge an einer stark befahrenen Straße. Ich gespannt ob man schlafen kann.

Wir haben wieder herrliches Wetter und die Sonne scheint kräftig. Gegen die sonstigen Geflogenheiten der Pilger machen wir zunächst eine Mittagspause draußen. Ein alter Mann kommt gerade mit vielen Birnen vorbei und bietet uns diese zum Probieren an. Sie sind kalt, süß und saftig und wir geben Ihm 2 EUR. Er gibt uns ca 30 Birnen, genug fürs Mittagessen und als Proviant für morgen.

Da die Dorfläden um 14:00 schließen und erst um 17:00 wieder öffnen, geht es erst noch dorthin. Ich hole mir Mineralwasser, O-Saft und Jogurt für morgen zum Früstück. Auf dem Rückweg besuchen wir das auf dem Weg liegende Restaurant. Dieses bietet bereits ab 18:30 etwas zu Essen an. Da es in der Herbergsküche keine Kochmöglichkeit gibt, werden wir das Restaurant heute aufsuchen.

Es ist ein langweiliger Nachmittag, Coni liest den beiden anderen etwas vor und ich lege mich zu einem kurzen Schläfchen hin.

Inzwischen sind noch zwei Radpilger eingetroffen. Wie das häufig bei den spanischen Radpilgern leider ist, sie nehmen keinen Kontakt mit uns auf. Wir sind Luft für Sie. Sie sind auch für spanische Fußpilger häufig eine Plage. Treten in Gruppen auf, lärmen und nehmen dabei kaum Rücksicht auf andere Pilger. Natürlich gibt es wie bereits erlebt auch Ausnahmen.

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24.Etappe 08.09.2010

El Cubo de la Tierra del Vino – Villanueva de Campean – Zamora
Um 5:30 wecke mich meine Uhr unerbittlich aus dem Tiefschlaf. Ich hatte gut geschlafen, mein spanischer Mitpilger hatte offensichtlich nicht geschnarcht. Ich hoere mich ja nicht und hoffe Ihm geht es ebenso. Leise schleppte ich meine Sachen in den Aufenthaltsraum. Ich war aber nicht der Erste, die drei deutschen Frauen waren schon da und bereiteten Ihr Fruehstueck aus Quark und Fruechten gerade vor. Mein Fruehstueck dagegen war denkbar einfach: „Kranwasser aus der Kueche, ein Stueck Restkaese und ein Rest Brot“. Um 6:00 verliessen wir gemeinsam die Herberge aus dem Hintereingang. Durch weiteren Regen am Nachmittag tagszuvor und in der Nacht war es sehr kuehl geworden, so um die 5 – 8 Grad. Ich hatte meine Softshelljacke ueber mein kurzaermligem Hemd gezogen. Es war noch stockfinster und nach dem Ortende ging es auf einer Sandpiste weiter. Nur meine Stirnleuchte breitete einen Leuchtkreis vor mir aus. Der Himmel war wohl wolkenlos, ich konnte einen wunderbaren Sternenhimmel sehen. Die Hoffnung stieg heute ohne Regen nach Zamora zu laufen. Es war so kalt, dass ich schon bald anhielt und noch meinen Fleechpullover anzog. 

Erst nach 7:00 konnte ich den Weg und auch etwas die Landschaft sehen. Nach dem Sonnenaufgang kam ich auf einem hoch gelegenen Plateau an. Vor mir breitete sich tiefer gelegen eine herrliche Landschaft bis zum Horizont aus. Es war wieder eine leicht huegelige Landschaft mit einem wundervollen Formen-, Farben- und Lichtspiel. Die tiefliegende Sonne tauchte Teile der Landschaft in Licht- und einige Stellen auch in Schattenbereiche ein. Ich konnte nicht genug sehen von dieser Landschaft und hielt immer wieder an, nur um zu schauen und um viele Fotos, auch einige Fotos fuer Panoramaaufnahmen, zu machen.

Gegen 9:00 erreichte ich den Ort Villanueva de Campean. Die erste Bar im Ort hatte bereits auf. Die drei Frauen waren auch schon dort. Nach zwei Cafe co Leche und einem Kuchenstueck ging es weiter. Noch waren ca. 19 km bis nach Zamora zu bewaeltigen. In der Bar konnte ich Softshelljacke und Pullover wieder ausziehen und im Rucksack verstauen. Die Sonne war inzwischen stark genug (ca. 20 – 25 Grad) um mit dem kurzaermligen Hemd weiterzulaufen.

Auf dem weiteren Weg blieb die herrliche Landschaft, zunaechst mit einem tiefblauen Himmel und einen Hauch von Wolken. Gegen Mittag kamen mehr Wolken und wirkten durch ihre Struktur auch ein bisschen dramatisch. Ideal fuer schoene Landschaftsaufnahmen.

Etwa 9 km vor mir konnte ich schon Zamora sehen, also noch etwa 2 Stunden entfernt. Die Sandpiste war durch den Regen weich und federnd zu Laufen. Erst kurz vor Zamora wechselte der Belag in grobem Kies. Ab dem Stadtrand ging es dann auf Strassen weiter. Die Kathedrale wirkte schon so nahe und war doch noch ueber 2 km entfernt. Die Strasse verlief eine zeitlang am Fluss Duero entlang. Die Altstadt lag hinter dem Fluss erhaben und schoen auf einem Huegel. Nach der Bruecke ueber dem Duero erreichte ich schnell die staedtische Herberge gegen 14:30.

In der Herberge arbeitet gerade freiwillig eine sehr nette deutsche Hospitalera fur 15 Tage. Sie reichte mir bei Eintritt im Buero zunaechst ein Glas Zitronenwasser. Die Unterkunft ist kostenlos und ich gebe die uebliche Spende von 5 EUR. Die Herberge ist sehr sauber und gut eingerichtet. Ich teile einen 6-Bett-Raum mit zwei spanischen Mitpilgern.

Da die Laeden erst um 17:00 oeffnen, mache ich einen Stadtbummel und bin von dieser Stadt beeindruckt. Im Fuehrer heisst es: „Die groesste Ueberraschung der Wanderung. Nicht so schillernd wie Sevilla, weniger monumental als Salamanca hat sich die Stadt ueber dem Duero einen eigenen Charme zwischen Romantik und Jugendstil bewahrt“. Ich kann dem nur beipflichten!

Inzwischen habe ich mir 6 Eier (fuer Ruehei), Nudeln und weisse Bohnen im Glas gekauft. Zusaetlich fuer den Genuss noch etwas iberischen Schinken und guten Kaese. Nach dem Einkauf um 17:00 sitze in nun in der staedischen Bibliothek und schreibe an einem kostenfreien PC meinen Bericht.

Fazit fuer heute: Eine traumhafte Landschaft und Stadt macht den gestrigen Tag vergessen! Die heutigen 32 km in meist angenehmer Temperatur entsprachen etwa 20 km in der Gluthitze.

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23.Etappe 07.09.2010

Calzada de Valdunciel – El Cubo de la Tierra del Vino
In der Nacht hatte es heftig geregnet. Das Leben im Schlafraum fing um 6:30 an. Um 7:00 ging es dann raus in die Kälte. Daher hatte ich auch zum ersten Mal meine Softshelljacke angezogen. Zunächst ging es im Dunkeln mit Stirnlampe auf einer breiten Piste mit Sand und Kieselsteinen. Durch den Regen lief es sich auf dem Belag sehr angenehm, bis es auf einem schmalen Feldweg neben einem Sonnenblumenfeld weiterging. Hier versank ich einige Zentimeter im Lehm.

Der Himmel war völlig bewölkt, nur an einigen kleinen Stellen sah ich einige rötliche Schimmer des nahenden Sonnenaufgangs. Leider ließ sich die Sonne bis zum Vormittag nicht sehen.

Von dem Feldweg führte der Weg bald auf eine Landstraße und weiter auf einer Nationalstraße. Bald danach wechselte der Weg auf eine Piste mit Kieselsteinen. Dann ging es wieder auf der Nationalstraße N-630 weiter. Hier hielt plötzlich neben mir ein Fahrzeug der Guardian Civil und einer der Beamten fragte mich etwas. Ich verstand wieder nichts, nur „Camino de Santiago“. Hierauf antwortete ich wieder mit: „si“. Dann wünschten sie mir: „Buen Camino“.

Der weitere Weg verlief für mich bis zum Ziel auf dem Randstreifen der Nationalstraße N-630. Zwischendrin ein Regenschauer. Um 12:00 erreichte ich meinen Zielort. Da der Dorfladen auf meinem Weg lag, holte ich mir Käse und Brot.

Die Herberge liegt neben der örtlichen Leichenhalle. An der Herberge angekommen, kam auch schon der Hospitalero. Hier gab ich für die Übernachtung die übliche Spende von 5 EUR. Die Herberge ist einfach, hat aber alles was man braucht.

Während meines Mittagessens trafen die drei deutschen Frauen und dann später noch Monika und Claudio ein. Wie immer folgte ein Nachmittagsschlaf. Zum Abend wurde ich zum Nudelgericht eingeladen. Den Abend verbringe ich im Gespräche mit den anderen Pilgern.

Fazit für heuteEin Tag zum Abhaken und Vergessen.

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22.Etappe 06.09.2010

Salamanca – Calzada de Valdunciel
Mein Wecker holte mich ziemlich brutal um 6:00 aus dem Schlaf! Es dauerte noch ewig bis ich einigermassen wach war. Meine Lust aufzustehen und wieder weiterzulaufen war auf dem Nullpunkt. Die Jungen wuerden dazu sagen: “ Ich hatte Nullbock zum Laufen“. Irgendwie schaffte ich es dann doch um 7:45 das Hostal zu verlassen.

Der Weg fuehrte mitten ueber den Plaza Mayor, nur am Morgen sieht er voellig nuechtern und trostlos aus. Er ist trotzdem ungemein imposant und soll Spaniens schoenster Platz sein. Abend ist er tatsaechlich umwerfend schoen!

Nach dem Platz fuehrte der Weg schnurgerade stadtauswaerts. Es dauerte nicht lange und ich sah eine geoeffnete Bar. Bei meiner Lust zum Gehen geradezu ein Muss hier einzukehren. Ein Cafe co Leche und ein Gebaeck erweckten dann doch wieder die Lebensgeister bei mir. Die Lust zum Laufen war wieder da. Spaeter in der Herberge erzaehlte mir Claudio, der mich aus einem anderen Cafe laufen sah, ich waere sehr zuegig voran geschritten und er vermutete, dass ich nicht schon nach ca. 17 km meine Etappe beenden wuerde.

Es dauerte noch bis 9:30 bis ich endlich die Stadtgrenze erreicht hatte und es kamen dann aber noch Industriebereiche und Vororte. Der Weg fuehrte staendig auf dem Randstreifen einer Nationalstrasse entlang. Nicht wirklich schoen zu laufen. Dann endlich kurz nach 10:00 bog der Weg seitlich weg von der Strasse und ich tauchte nach und nach wieder ein in eine Stille. Nur noch fuer kurze Zeit hoerte ich in der Ferne den Verkehr. Mein tac, tac, tac… war wieder das einzige laute und vertraute Geraeusch. Ich schlenderte gemuetlich voran, ich hatte unendlich viel Zeit.

Kurz vor dem ersten Ort Castellanos de Villiquera kam mir eine alte Frau entgegen, ansonsten weit und breit keine Menschenseele. Im Ort machte ich eine Pause auf einem kleinen Platz am Ortsrand. Das Ziel war bereits 4 km vor mir.

Auf dem weiteren Weg um mich herum riesige Felder mit Sonnenblumen. Leider waren sie schon verblueht. Die Landschaft war nur leicht huegelig und ich hatte freie Sicht bis weit hinaus. Es kam bei mir das Gefuehl auf im Mittelpunkt einer riesigen kreisrunden Scheibe zu stehen. In der Ferne vor mir sahe ich aus einer Senke die Kirchturmspitze und einzelne rote Tupfer meines Zielortes. Er wollte zunaecht nicht naeherkommen. Doch mit der Zeit erhob sich der Kirchturm und ich sah auch deutlicher einige Daecher aus der Senke hervorragen. Kurz vor dem Ziel verschwand dann alles, der Weg stieg zunaechst an und erst auf dem hoechsten Punkt angekommen sah ich den kleinen Ort vollstaendig in der Senke liegen.

Im Dorf angekommen schritt ich zunaecht in Richtung Kirche und fand auch gleich in deren Naehe einen kleinen Dorfladen. Von aussen wie immer nicht erkennbar ob er geoeffnet ist. Um 11:45 aber sind im Normalfall die Laeden immer geoffnet. Es wurde wieder ein Lustkauf mit Fruchtmilchgetraenk, Obst, Kaese und Wurst. Spaeter holte ich noch Mineralwasser, Kakaogetraenk und Aepfel. Im Eingangsbereich der Kirche auf einer Steinbank liess ich mich nieder und machte meine Mittagspause.

Gestaerkt suchte ich dann die Herberge. Der Ort ist klein und so war sie schnell gefunden. Aus einem Schreiben im Fenster verstand ich, dass ich in der Bibliothek den Schluessel holen musste. Dort empfing mich eine sehr nette Frau, erklarte mir auf Englisch die Verhaltensregeln, gab mir meinen Stempel im Pilgerausweis und bekam von mir eine Spende fuer die Unterkunft von 5 EUR. Dann ging es zurueck zur Herberge. Auf dem Weg traf ich ein suedtiroler Paar, Monika und Claudio. Mit Erstaunen fand ich dann noch den Spanier Jose Luis und eine deutsche Pilgerin wartend bei der Herberge. Zwei junge Pilgerinnen, die ich auf meiner Busfahrt schon kurz gesehen hatte kamen auch noch hinzu. Ich hatte schon damit gerechnet alleine in der Herberge zu sein und jetzt ist die Herberge bis auf ein Bett belegt.

Nach einem guten Nachmittagsschlaf sitze ich nun in der Bibliothek vor einem PC und schreibe diesen Bericht. Der Internetzugang ist hier kostenlos.

Fazit fuer diesen Tag: Der Weg zur Arbeit (Camino) kann auch mal schwierig werden! Haelt aber gluecklicherweise nur kurz an.

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Pausentag in Salamanca 05.09.2010

Bis auf ein lautes Tuerenschlagen um 3:00 konnte ich trotz des Festes gut schlafen. Das Zimmer hat gluecklicherweise ein Fenster in den Innenhof und so bekam ich nichts von dem munteren Treiben mit.

Aus Gewohnheit werde ich auch ohne Wecker frueh wach und so mache ich bereits ab 8:30 einen Altstadtbummel. Es ist noch nicht viel los auf den Strasse. Die Reinigungskraefte beseitigen gerade noch die Reste des Abends und der Nacht. Der Spaziergang fuehrt mich auch zu einem kleinen Cafe speziell mit Schokolade und im Fett hergestelltem Gepaeck. Soll eine Spezialitaet aus Madrid sein. Ich mag Schokolade und geniesse dieses erste Minifruehstueck.

Salamanca ist eine beeindruckende  Stadt. Schon zur Roemerzeit von Bedeutung an der Via de la Plata. Weltruhm erlangte die Stadt durch die Gruendung der Universitaet 1218. Sie war im 16.Jh eine der aelteste und beruehmteste Universitaet der Welt. Aber nicht nur die Universitaet ist beeindruckend auch die vielen anderen Gebaeude und Kirchen. Als Jakobspilger ist auch der Stadtpalast „Casa de los Conchas“ (Haus der Muscheln) ein Muss zu sehen. Wenn ich von meinem Hostal in Richtung neue Kathedrale gehe, komme ich direkt daran vorbei. Rund 300 Jakobsmuscheln und herrliche Fenster verzieren die Fassade des Gebaeudes.

Um 10:00 gehe ich zur alten Kathedrale und hole mir meinen Stempel fuer meinen Pilgerausweis (credencial del peregrino). Anschliessend geht es in Richtung Plaza Mayor zum Fruehstueck. Danach geht es zum Internetcafe und ich schaue nach den Oeffnungszeiten und dann zurueck aufs Zimmer. Es ist ja ein Ruhetag fuer mich, und soll auch zur Regeneration dienen.

Gegen 12:30 starte ich erneut zum Internetcafe. Ich bin sehr erfreut ueber die vielen Kommentare. Sie geben mir Mut und auch die Lust weiterzuschreiben. Diemal antworte ich auch auf  die Kommentare. Bisher hatte ich es nicht getan. Ich war einfach so ueberascht und musste es tun.

Kommentare erscheinen nicht automatisch. Ich muss sie vorher freigeben. Bitte diese Freigabe nicht als Zensur verstehen. Dieses ist eine Vorsichtsmassnahme da auch die Kommentare von Spam heimgesucht werden. Diesmal hat ein Tool im Blog bereits 8 Spam erkannt. Koennte auch mal nicht sein und schon steht Unsinn etc. fuer laengere Zeit im Blog. Ich sehe es erst dann, wenn mir wieder einen PC mit Internetzugang zur Verfuegung habe.

Diesen Artikel schreibe ich jetzt bei meinem zweiten Besuch im Internetcafe. Zwischendrin war ein Paeuschen auf meinem Zimmer. Um 20:00 treffe ich mich mit Birgit und Bernhard zum Abendessen und ich geniesse diese Stadt noch ein letztes Mal.

Die Stadt ist unglaublich faszinierend. Die Menschen, ob unterwegs oder in den Restaurants und Cafes, verspruehen eine Leichtigkeit und Lockerheit. Hier pulsiert alles und hat mich fest in Bann gezogen. Es macht mir einfach Spass dem Treiben nur zuzuschauen.

Nach dem Abendessen werde ich frueh zurueck gehen. Es muss der Rucksack einmal wieder von Grund auf neu gepackt werden. Ausserdem beginnt morgen frueh wieder der Pilgeralltag. Es ist wie, wenn man zur Arbeit geht nur hierbei verbrenne ich unnuetze Pfunde. Auf der Arbeit war es umgekehrt, es kamen eher welche hinzu!

Schade wundervolle Stadt Salamanca, ich muss mich von Dir verabschieden.

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21.Etappe 04.09.2010

San Petro de Rozados – Salamanca
Erst gegen 7:00 stand der Erste auf. Alle waren wohl noch von dem ausserordentlichen Schnarrkonzert geraedert. Im Aufenthaltsraum gab es tollen Kaffee und ich hatte von meinem gestrigen Lustkauf noch Obst fuers Fruehstueck. Die Meisten hatten es heute eilig nach Salamanca zu kommen und so war ich schnell mit Markus der Letzte in der Herberge. Um 8:00 ging es dann auch fuer mich los. Der kleine Ort war schnell hinter mir und sofort tauchte ich wieder in eine herrliche Landschaft ein. Die kommende Sonne zeichnete den Himmel schon herrlich Rot und da es heute auch Wolken gab war der Himmel ein tolles Farbenspiel. Wie schon seit vielen Tagen erlebte ich wieder einen phantastischen Sonnenaufgang.

Bereits um 9:45 konnte ich in der Ferne Salamanca erkennen. Die Stadt war leider noch in einem Dunstschleier gehuellt, aber die neue Kathedrale war schon erkennbar. Es schien als ob der Weg schnurgrade nach Salamanca fuehrt. Mein Navi sagte mir, bis zum Ziel sind es leider noch ueber 10 km.

Man hatte einen herrlichen Blick rundum. Es waren die Formen und Farben die beeindruckten. Alles war wellig und huegelig, dazu veraenderten die Bearbeitungsspuren auf den Feldern die Farben vom Gelben, Goldgelben, Braunen, ab und zu Rotbraunen und zum Gruenen. Ich blieb oefters stehen und genoss dieses Farben- und Formenspiel. Mittendrin immer wieder Schaf- oder Rinderherden. Ab und zu auch Stiere. Einmal holte ich wieder mein Pfefferspray raus als zwei Huetehunde einer Schafsherde bellend angerannt kamen. Gluecklicherweise blieben sie aber noch deutlich entfernt von mir stehen und beobachteten mich.

In dieser herrlichen Landschaft, auch ohne Schatten, machte ich wieder eine Pause und verzerrte meinen letzten Apfel. Markus holte mich bei meiner Rast ein. Wir schwaetzten kurz und er setzte seinen Weg fort. Nach der notwendigen Frischluft fuer meine Fuesse setzte auch ich meinen Weg fort, immer der Blick auf Salamanca. Inzwischen war die Stadt deutlicher erkennbar. Mir ging es gut und so ueberholte ich Markus nach einiger Zeit wieder. Vor mir war dann Herbert auf einem steilen Anstieg zu einem Kreuz. Oben angekommen hatte ich auch Herbert erreicht. Er stoppte hier und machte eine Pause, ich lief weiter. Der Weg danach war zum Teil steinig und nicht gut zu gehen. Es folgten dann zwei Unterfuehrungen durch Muell und Schrott. Wieder einmal zeigte sich eine Stadt von der schlechtesten Seite.  Aber auch das war bald vorbei und ich hatte die Stadt erreicht. Nach einer kurzen Pause bei einem Wasserspender nutzte ich mein Navi fuer den weiteren Weg. Mit der Ueberschreitung der alten Roemerbruecke ueber den Tormes hatte ich die Altstadt von Salamanca erreicht. Hier empfing mich ein buntes Treiben, viele Touristen und Einheimische, z.T. in Sonntagskleidung, waren unterwegs. Ab heute gab es ein Fest in Salamanca. Ich war Fotoobjekt und wurde immer wieder neugierig beobachtet. Nach ca. 25 km strammen Schritt und bereits ueber 30Grad war ich verschwitzt und mit Rucksack ein interessanter Fremdkoerper in dem munteren Treiben.

Mein von Petro gebuchtes Zimmer in einem Hostal lag in der Naehe des Plaza Mayor also ging es zunaechst mitten ins Zentrum. Ab hier frage ich mich dann zur Calle Melendez durch. Das Hostal liegt total zentral, nur ein paar Minuten zur Kathedrale und zum Plaza Mayor. In der Strasse einige Strassenrestaurants. Das Zimmer ist auch gut, fuer den ersten Tag zahle ich Doppelzimmerpreis (Fest!) und fuer die zweite Nacht Einzelzimmerpreis. Birgit und Bernhard sind ebenfalls im Hostal abgestiegen.

Petro und Karl Heinz kamen gegen 14:00 und holen uns zum Mittagessen ab. und wir blieben auf unserer Strasse zum Essen. Danach trennten wir uns zu einem Mittagsschlaf, den alle wohl noetig hatten. Um 20:30 kamen dann neben Petro, Karl Heinz auch Herbert und Markus. Wir stuerzten uns in den lauten Trubel des Festes. Ueberall gab es Buden und fuer 1,80 EUR gab es ein Bier und ein Tapas.

Wir verbrachten noch einen letzten gemeinsamen Abend mit einer Stadtfuehrung durch Petro und zum Ausklang auf ein Kaffee gegen 23:00 ging es auf den Plaza Mayor. Hier war auch noch viel Trubel. Erstaunlicherweise sah man noch viele Kleinkinder um diese Zeit. Dann war wieder Abschied nehmen angesagt, unsere Gruppe trennt sich. Petro, Herbert und Karl Heinz laufen morgen weiter, ich mache einen Ruhetag und Birgit, Bernhard und Markus verbringen noch zwei Tage in Salamanca.

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20.Etappe 03.09.2010

Fuenterroble de Salvatierra – San Petro de Rozados
Der Abend zuvor war sehr schön. Petro hatte für uns ein sehr leckeres Nudelgericht gekocht und die Hospitalera ein Ochsenschwanzgericht. Zusätzlich gab es sehr würzige und leckere Wurst aus der Region. Karl-Heinz, neuer Pfarrer ab Oktober 2010 für deutsche-, spanische- und portugiesische Gemeinde in Darmstadt, spendete Rotwein.

Am Morgen bereits um 7:00 hatte der Hospitalero das Frühstück hergerichtet. Gestärkt ging es danach auf den Weg. Gestern waren wir auf die spanische Hochebene (Meseta) auf etwa 850 m gestiegen. Das spürte man heute deutlch an der Temparatur, es war für mich mit meinem kurzärmligen Hemd noch sehr frisch.

Heute sind 28 km zu bewältigen und am Nachmittag soll es wieder warm (> 33°C) werden, also ist es ratsam möglichst viel der Strecke am Vormittag zu bewältigen. Inzwischen bin ich ohne größere Blessuren, dazu auch gut eingelaufen und so schritt ich wieder zügig voran.

Am Vormittag erreichte ich ein längeres Stück des alten Römerweges und der Camino verlief auch Stück darauf. Es macht allerdings keine große Freude länger auf dem sehr holperigen Weg zu laufen. Ständig mit besonderer Vorsicht nicht wieder umzuknicken.

Zusehens wurde der Weg steiler. Vor mir ein Berg mit Windrädern, den es zu überwinden galt. Je weiter bergan es ging um so mehr schwitzte ich. Dann das erste Hindernis, ein großer brauner Stier, der ausgerechnet auf dem Camino auf mich zukam. Ich wollte schon seitwärts ausweichen, als er es glücklicherweise vor mich tat. Immer mehr Fliegen umkreisten mich, sie verwechselten mich wohl mit einer Kuh. Ich konnte kaum atmen ohne Gefahr zu laufen eine Fliege zu verschlucken. Zweimal erreichten sie genau mein Nasenloch. Jetzt half nur noch mein Autan. Das musste aber erst wieder im Rucksack gefunden werden. Nach dem Einsprühen hatte ich endlich Ruhe!

Der Anstieg endete bei ca. 1100 m und der Abstieg war steil und steinig. Zum Glück war es nur ein kurzes steiniges Stück. Unten angekommen verlief der Weg wieder auf einer Landstraße bis fast zum Ziel und es war wieder heiß.

Die kleine Herberge war schnell gefunden. Sie ist geschmackvoll eingerichtet. Die Details machen es hier aus. Es gibt frische Bettewäsche, Duschgel, etc. Auch eine Kaffeemaschine mit Kaffee und Milch im Kühlschrank gibt es. Wieder die freie Wahl als Erster für ein Bett und die Dusche.

Nach und nach kamen die Anderen an. Mit Markus besuchte ich das Dorfrestaurant für ein großes Radler und um 17:00 ging es dann zum Dorfladen. Es folgte es ein Lustkauf mit Mineralwasser, Käse und verschiedenem Obst. Um 20:30 trafen wir uns im Dorfrestaurant zum Abendmenü. Zunächst schien man nicht über 6 hungrige Pilger glücklich zu sein. Das Essen war dann aber gut und viel, sogar 3 Flaschen Rotwein bekamen wir. Jeder musste schließlich 10 EUR dafür bezahlen. Ich fand es angemessen.

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19.Etappe 02.09.2010

Calzada de Bejar – Fuenterroble de Salvatierra
Zwar war 7:00 als Weckzeit vereinbart, doch keiner willl als Erster Aufstehen. Von zwei Betten ist auch noch das leise Schnarchen vernehmbar. Als dann die Hospitalera eintrift und die Aktivitäten in der Küche vernehmbar sind, geht es dann endlich los. Das offene Fenster war wohl wegen der Kühle in der Nacht geschlossen worden. Der starke Regen mit dem leichten Gewitter hatte die Temperatur deutlich gesenkt.

Nach dem Frühstück um 8:00 starte ich auf die heutige 21 km-Etappe. Wieder geht es durch eine reizvolle Landschaft. Der Weg ist beiderseits durch Steinmauern zu den Weideflächen abgrenzt. Das besondere heute jedoch ist der Bodennebel. Die Bäume, die Sträucher und die dahinter liegenden Hügel und Berge liegen wie in Schichten hintereinander, wirken durch den Bodennebel leicht verschleiert. Dazu die aufsteigende Sonne. Ich hole meinen Fotoapparat raus, fotografiere, packte die Kamera wieder weg, laufe ein paar Meter und hole die Kamers wieder raus und fotografiere…. Es ist atemberaubend schön. Totzdem überhole ich bald Birgit und Berhard, die früher los gelaufen waren. Der Sandweg läuft sich gut und mein Sprunggelenk spüre ich nicht mehr. Ich werde immer schneller, trotz des Fotografierens entfernte ich mich zusehens von meinen Mitpilgern. Bald sind sie nicht mehr zu sehen.

Nach ca. 9 km erreiche ich das Dorf Valverde de Valdellacasa. Im Ort bei einem Restaurant mache ich meine erste Pause zur Belüftung der Füße. Petro, der Spanier und Markus ziehen an mir vorbei. Meine drei anderen Pilger sind noch noch nicht zu sehen. Ab jetzt geht es auf der Landstraße stetig bergauf. Ich bin sehr gut drauf, das Laufen und stetige Bergauf macht mir wieder riesigen Spaß. Bald überhole ich Markus und auch Petro. Im nächsten Ort Valdellacasa mache ich keine Pause sondern laufe weiter. Trotz der angenehmen kühlen Temparatur fließt bei mir der Schweiß in Strömen. Erst ca. 2 km nach dem Ort lasse ich mich am Straßenrand für eine kurze Pause nieder. Weiter geht es danach, es sind nur noch 8 km! Ungefähr 4 km vor dem Ziel wird der Weg zu einer neu angelegten Schotterpiste. Hier läuft es sich nicht mehr gut, auch wenn der Schotter verdichtet ist. Etwa 1,5 km vor Fuenteroble de Salvatierra geht es auf der Landstraße weiter. Die Herberge des Ortes gilt als „Kult“-Herberge auf der Via. Der Pfarrer des Ortes hat mit der Gemeinde eine wirklich schöne Herberge geschaffen. Ich erreiche die Herberge um 12:10 und werde von der spanischen Hospitalera herzlich begrüßt. Als erstes erhalte ich gekühltes Wasser und danach zeigt Sie mir die Herberge. Auch der italienische Hospitalero ist sichtlich bemüht mir zu helfen. Ich fühle mich sofort richtig wohl.

Wenn man als Erster in einer Herberge eintrifft hat man die beste Wahl für das Bett. Auf der Via hat man im Gegensatz zum Camino Frances die freie Bettwahl.

Nach dem Duschen, Wäschewaschen und einem Päuschen trifft Markus mit 1-stündiger Verzögerung, dann Petro und mit weiterer Verzögerung treffen die Anderen ein.

Gegen 14:00 gehen wir gemeinsam in eine Bar des Ortes und um 14:30 geniessen wir dann ein gemeinsames Mittagessen mit gutem Rotwein. Petro wird uns zum Abendessen Nudeln kochen, ansonsten hat die Hospitalera etwas vorbereitet. Meinen Bericht schreibe ich gerade im Bett, um mich rum leicht schnurchelnde Pilger! Ein weiterer Pilger ist gerade eingetroffen. Bin gespannt woher er kommt.

Auf das gemeinsame Abendessen freue ich mich schon. Es ist immer etwas Besonders im großen Kreis von Pilgern zum Essen zusammen zu sitzen. Dabei kommt fast immer eine tolle Atmosphäre auf.

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18.Etappe 01.09.2010

Hostal Asturias (Jarilla) – Banos de Montenmayor – Calzada de Bejar
Da der Wirt des Hostal uns nicht auf den Camino zurück bringt, hatten wir bereits abends vereinbart mit dem Bus (Haltestelle gegenüber dem Hostal) bis Banos de Montenmayor zu fahren. Für mich eine kurze Etappe und die Hoffnung der Besserung meines rechten Sprunggelenks (trat auch ein).

Um 8:00 trafen wir uns unten in der Bar zum Früstück mit Cafe con Leche und eine Art großes Brötchen mit Butter und Marmelade. Dieses Brötchen war fu…trocken und geschmacklos. Hauptsache etwas zum Essen. Danach ging es zur Haltestelle gegenüber. Der Himmel war schon verdunkelt mit erstmals Wolken, ein Gewitter mit Regen wie in der Nacht, kündigte sich an. Der Bus kam pünklich um 9:00 und nach einigen Verständigungsproblemen ging es dann los. Die Fahrt kostete 1,80 EUR, für die Strecke deutlich billiger als in Deutschland. Im Bus trafen wir noch zwei junge deutsche Pilgerinnen. Meinen drei Mitpilgern waren Sie bekannt. Auf dem Camino waren zur Zeit. fast nur deutsch sprechende Pilger unterwegs. Verrückt genug um bei der Hitze zu laufen. Heute war es endlich deutlich abgekühlt.

In Banos angekommen sah es weiter nach Regen aus, Birgit, Bernhard und ich entschieden uns in einem Cafe etwas abzuwarten, Herbert wollte weiter und dem Regen davonlaufen.

Banos de Montenmayor ist schon zu Zeiten der Römer bekannt für seine heilenden Thermalquellen. Als Pilger soll man hier kostenlos in die Thermalquellen nutzen können. Leider keine Zeit zum Testen.

Der Aufenthalt im Cafe lohnte sich, es klarte schon bald wieder auf. Nach einem kurzen Stück Landstraße liefen wir auf einem restauriertem Römerweg in Serpentien den Berg hinauf. Der Blick zurück ins Tal war toll. Danach ging es wieder auf einer Landstraße weiter und hier überquerten wir die Grenze zu der autonomen Region Castilla y Leon (Kastillien und Leon) in der Provinz Salamanca. Die autonome Region Castilla y Leon ist die Wiege der spanischen Hochsprache und die flächenmäßig größte Region Spaniens.

Nachdem wir wieder die Straße verlassen hatten änderte sich schlagartig die Vegetation. Die Hügeln um uns herum waren stark bewaldet. Stein- und Korkeichen sind verschwunden und am Wegesrand häufig Esskastanienbäume. Der Weg war stetig steigend. Erstmalig ein bewölkter Himmel mit dunklem Blau und zwischendrin weißen Wolken, dazu der gelbe Sandweg, die zartgrünen Büsche am Wegesrand, jungen Bäume dazwischen gelbbraunes, manchmal auch grünes Gras. Die Farbtupfer bildeten dann noch Pferd, Maultier und z.T. honigbraune oder weiße Rinder. Ich kam garnicht mehr aus dem Fotografieren heraus.

Der Himmel klarte sich weiter auf, hatte immer mehr Blauanteile und die Wärme kam wieder zurück. Das letzte Stück zum Ziel war wieder schweißtreibenden. Das Bergdorf ist klein und ärmlich.

Die Herberge liegt am Ortsanfang und ist sehr schön. Ein großer Aufenthaltsraum, ein Schlafraum mit 6 Doppelstockbetten, ein WC mit Duschbad. Bei Eintritt in die Herberge roch es so gut, dass ich erstmals auch ein Mittagessen bestellte. Wie immer spannend, da ich selten weiß was ich bekomme. Es war ein Teller Eintopf mit Kartoffeln, etwas Gemüse und Fleisch. Noch beim Essen kam Markus herein. Die Freude war groß sich wiederzusehen. Später tauchte noch ein spanischer Fusspilger (Petro) und ein Radpilger auf. Der Radpilger wie ein Fremdkörper zwischen uns. Er sucht auch kein Kontakt. Ganz anders wie bei der Gruppe vorgestern.

Markus hat Probleme mit der Achillessehne und ich setzte Ihm ein Kinesiotape. Nun laufen schon Berhard (hat bereits eine Besserung) und Markus mit blauem Tape auf dem Camino.

Inzwischen sitzen alle im Aufenthalts raum und warten auf das Abendmenü. Laut Berichte anderer Pilger soll die Hospitalera gut kochen. Riechen tut es schon sehr gut und der Hunger steigt!

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17.Etappe 31.08.2010

Galisteo – Carcaboso – Römischer Bogen von Caparra
Ab 5:45 fing bei mir im Zimmer das Rascheln an. Die Radpilgergruppe war aber sehr bemüht leise zu sein und da wir auch 6:15 Wecken vereinbart hatten, war es egal. Wir verabschiedenten uns von dieser Gruppe und zogen um 7:00 los. Mein Navi kam wieder zum Einsatz und führte uns sicher über zwei neue Kreisel auf die richtige Landstraße. Der Weg von ca. 9 km auf der Landstraße tat meinem Sprunggelenk gut, es gab keinen Unebenheiten und so schritt ich sehr zügig voran. Bald war ich der Gruppe enteilt. Unterwegs fand ich drei Feigenbäume mit vielen reifen gelben Feigen. Mein ausgiebiges Früstück war gesichert. Etwa 15 Minuten vor den Anderen traf ich in Carcaboso ein. Dort wartete ich auf die Gruppe und wir suchten die Bar Ruta de la Plata auf. Beim Bestellen der Kaffee machte die Besitzerin Elena einen mürrischen Eindruck. Wir hatten uns draußen an den einzigen Tisch an der Straße gesetzt. Die Luft in der Bar stickig und draußen war es noch angenehm kühl. Nach Kaffee und Toast ging ich nochmals in die Bar und bestellte eine Coca Cola und zeigte der Besitzerin, dass ich zahlen wolle. Wie aus heiterem Himmel blaffte mich diese Frau an und schmiss mir das Wechsekgeld auf den Tresen. Die Anderen verstanden diese Reaktion auch nicht. Bernhard zeigte Ihr ein Bild von Ihr im Herbergenführer der Aachener Jakobusgesellschaft. Stolz zeigte Sie Ihr Bild den anderen Gästen in der Bar. Von diesem Augenblick an war Bernhard Ihr „Liebling“. Der Gipfel aber war, dass Sie mir kein Mineralwasser verkaufen wollte, Sie schickte mich einfach raus. Die Anderen gingen danach rein und bekamen ihr Wasser. Zur Verabschiedung herzte sie übertrieben die Drei, mich würdigte Sie keines Blickes. So etwas ist mir auf beiden Caminos bisher noch nicht vorgekommen!

Von Carcaboso ging es über fast die gesamte Zeit durch sehr schöne Landschaften. In einem Bereich und zwar am Fluß und Kanal gab es wieder eine grüne Oase, aber nicht ganz so schön wie gestern. Die auf den grünen Weiden grasenden Kühe müssen im Vergleich zu anderen Kühen „glückliche Kühe“ sein. Irgenwann gab es für ca. 5 km einen sehr breiten Weg mit Steinmauern begrenzt zu Weiden. Diesen Weg gibt es schon seit dem Mittelalter und hat den Namen „Canadas Real“ = königlicher Viehtrieb. Hier wurden die Rinder- und Schafsherden zwischen den Sommer- und Winderweiden im Norden und Süden hin und her getrieben.

Gegen 14:30 verengte sich der Weg zu einer Schotterpiste und dann zu einem unglaublich staubigen Weg. In der Staubschicht versank man mehrere Zentimeter und die Ausgrabungsstätten waren sichtbar. Wir hatten den römischen Bogen von Caparra, unser heutiges Ziel, erreicht. Vom Wirt des Hostels wurden wir um 15:30 abgeholt. Das Hostel liegt ausserhalb des Camino und wir müssen morgen mit dem Bus zurück zum Camino.

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