{"id":219,"date":"2010-09-20T20:40:12","date_gmt":"2010-09-20T19:40:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bachw.de\/blog\/?p=219"},"modified":"2016-03-02T22:15:58","modified_gmt":"2016-03-02T21:15:58","slug":"36-etappe-20-09-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bachw.de\/blog\/?p=219","title":{"rendered":"36.Etappe 20.09.2010"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Xunqueira de Ambia &#8211; Ourense<\/strong><br \/>\nIn der Nacht tut es im dem Nebenraum einen lauten Schlag. Jemand war wohl aus dem unteren Bett gefallenen. Mein Bettnachbar, ein junger Spanier, rollt einen Moment sp\u00e4ter auch gef\u00e4hrlich an den Rand und schaffte es gerade noch sich abzufangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war noch nicht Weckzeit und\u00a0ich hatte\u00a0das dringende Bed\u00fcrfnis zur Toilette zu gehen. Im Waschraum finde ich Jose. Um sich rum Rucksack und verschiedene Teile am Boden. Ich rieb mir vor Erstaunen die Augen, Jose stand sonst immer deutlich sp\u00e4ter als ich auf. Er meinte, heute gibt es in der Herberge in Ourense Andrang. Es ist die letzte M\u00f6glichkeit auf dem Camino einzusteigen um noch die Compostela zu erhalten. Ich lie\u00df mich von der Hektik anstecken und holte auch alle Sachen aus dem Schlafsaal. Ohne Kaffee startete ich dann um 6:30 getrieben von der Hektik. Viele junge Spanier wollen sich nicht mehr qu\u00e4len. Sie wollen aber die Compostela, also wird nur das k\u00fcrzest m\u00f6gliche St\u00fcck gelaufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg im Dunkeln f\u00fchrte zun\u00e4chst durch Wald und Feld. Es war sehr schlecht zu laufen und st\u00e4ndig bestand die Gefahr auf einem Stein oder bei einer Unebenheit umzuknicken. Nach etwa 1,5 km kam endlich die Landstra\u00dfe. Ich spulte nun Kilometer f\u00fcr Kilometer ab und f\u00fchlte mich wieder richtig gut. Irgendwann sah ich in der Ferne einen Pilger. Mein Jagdtrieb war geweckt. Meine Nordic Walkinggruppe kennen das, taucht eine Jogginggruppe vor uns auf, wird mein Schritt unweigerlich schneller. Ich bekomme dann den Tunnelblick und habe nur noch das Ziel, die Jogginggruppe,\u00a0vor Augen. So war es jetzt auch wieder. Es dauerte aber noch lange Zeit bis ich Jose erreichte und er mich an meinem klac, klac&#8230; erkannte. Er drehte sich um und rief mir &#8222;Walkingmachine&#8220; zu. Das spanische Paar, das immer um 6:00 startet, \u00fcberholte ich kurze Zeit sp\u00e4ter auch noch. Ich behielt mein Tempo bei\u00a0und enfernte mich schnell von allen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Landschaft brauchte ich heute nicht achten. Es gibt nichts berichtenswertes. Auf Aspalt geht es von Ort zu Ort bis wieder einmal der unansehnliche Vorstadtbereich mit Industrie- und Gewerbegebiet einer Stadt beginnt. Hier laufe ich an einer kleinen B\u00e4ckerei vorbei und es riecht verlockend. Ich lasse mich von dem Duft verf\u00fchren und betrete sie. Mit einem Geb\u00e4ck und mit einer Cola lasse ich mich an dem einzigen Tisch mit zwei St\u00fchle nieder. Die Frau packt mir unerwartet zwei Br\u00f6tchen ein und\u00a0schenkt sie mir. Nach einem zweiten Geb\u00e4ck packt Sie mir zwei weitere St\u00fccke, es waren gro\u00dfe gef\u00fcllte Br\u00f6tchen, ein. Ich sah wohl ziemlich bemitleidenswert oder hungrig aus. Es ist\u00a0eine sch\u00f6ne Geste die mich sehr gefreut hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Jose laufe ich in Ourence ein. Wir kommen um 11:25 an und finden die Herberge verschlossen vor. ngg_shortcode_0_placeholder Erst um 12:30 \u00f6ffnet sie wieder. Kurze Zeit sp\u00e4ter trifft das spanische Paar ein. Es folgt ein holl\u00e4ndisches Paar, das aus Zeitgr\u00fcnden ein St\u00fcck mit der Bahn gefahren ist. Dann folgen Giovanni und zwei Radpilger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">P\u00fcnklich wird die Herberge ge\u00f6ffnet. Nach Stempel und 5 EUR Geb\u00fchr geht es mit dem Hospitalero zu den zwei Schlafr\u00e4umen. Ich w\u00e4hle spontan den ersten Raum aus. Sp\u00e4ter stelle ich fest, das der Blick von meinem Fenster aus auf eine letzte Ruhst\u00e4tte gerichtet ist. Wenn das nicht spontane Eingebung bei mir war! Giovanni hatte es sofort gesehen und ist sofort wieder raus und hat sich im anderen Raum einquartiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit zwei anderen Pilgern nutze ich die Waschmaschine und sp\u00e4ter auch den Trockner. Zwischenzeitlich treffen drei junge spanische Fu\u00dfpilger ein, sie haben bereits die letzte lange Etappe hinter sich. Sie kommen hintereinander humpelnd in die Herberge. Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen, aber Sie haben wenigstens Humor und lachen mit. Nicht viel sp\u00e4ter kommen drei weitere junge Spanier (Fu\u00dfpilger) an. Einer der Dreien mit wei\u00dfer kurzer Hose, alle mit wei\u00dfen Sportschuhen und kleinem Freizeitrucksack. Sie sind gekleidet als ob es zu einer Verkn\u00fcgungsreise geht. Einer mit toller Sonnenrille und gestylter Frisur. Drei &#8222;Spa\u00df- oder Partypilger&#8220;! Mal sehen wie Sie morgen Abend ausschauen. Es wird wieder eine anstrengende Etappe.<\/p>\n<p>Mit Conni, Niki und Lisa gehe ich Nachmittags zum Essen. Markus kommt kurz in die Herberge und wird morgen wieder mitlaufen, auch Petro taucht abends noch auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Xunqueira de Ambia &#8211; Ourense In der Nacht tut es im dem Nebenraum einen lauten Schlag. Jemand war wohl aus dem unteren Bett gefallenen. 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