{"id":177,"date":"2010-08-14T17:48:31","date_gmt":"2010-08-14T16:48:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bachw.de\/blog\/?p=177"},"modified":"2010-08-19T16:40:35","modified_gmt":"2010-08-19T15:40:35","slug":"01-etappe-14-08-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bachw.de\/blog\/?p=177","title":{"rendered":"01.Etappe 14.08.2010"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sevilla &#8211; Guillena<\/strong><br \/>\nUm 5:00 Uhr ist die Nachruhe vorbei. Im Nachbarzimmer (Dreibett-Zimmer) unterhalten sich junge Spanierinnen recht laut. Sie sind wahrscheinlich erst zur\u00fcck gekommen. Aufstehen will ich aber noch nicht, also lese ich. Um 5:30 stehe dann aber doch auf. Das Meiste habe ich abends zuvor schon gepackt und so kann ich wie geplant das Hostel um 6:00 verlassen. Zuvor muss ich aber die Nachtschicht des Hostels wecken. Der Morgen empf\u00e4ngt mich dunkel und angenehm k\u00fchl. Der Weg zur Kathedrale ist mir bereits vertraut. Erst dort schalten ich mein Navi ein. Eine Wegemarkierung in Form von gelben Pfeilen oder Muscheln finde ich nicht, habe im Vertrauen des Navis aber auch nicht wirklich gesucht. Zun\u00e4chst geht es am Flu\u00df Guadaquivir entlang. Es begegnen mir einige junge Nachschw\u00e4rmer. An der Br\u00fccke Isabell II finde ich einen ge\u00f6ffneten Kiosk. Hier entschlie\u00dfen ich mich zu einem kleinen Fr\u00fchst\u00fcck mit Cafe con Leche und ein Rellenos de Chocolate (?). Der Kioskinhaber stuft mich gleich als Jakobspilger ein. Schon str\u00f6mt mir die gro\u00dfe Freundlichkeit der Spanier gegen\u00fcber Pilgern wieder entgegen. Ich beobachte beim zweiten Kaffee die jungen gestenreichen Spanier und pl\u00f6tzlich entdecke ich auf der anderen Stra\u00dfenseite ein Pilgerpaar. Wir gr\u00fc\u00dfen uns kurz und dann sind Sie auch schon vorbei. Nachdem ich meinen Kaffee getrunken habe, starte ich wieder. Es dauert nicht lange und ich habe sie in Sichtweite. Sie scheinen etwas unsicher mit dem Weg zu sein, als sie mich aber sehen laufen Sie weiter. Schnell habe ich sie eingeholt. Wie ein gutes Omen, schon wieder begegnet mir zu Beginn meines Caminos ein schweizer Ehepaar. F\u00fcr Susi und Joschen (abgeleitet aus dem jap. Namen: Yoshi) ist es auch der 2. Camino. Ihren ersten Camino starteten sie 2006 von zu Hause aus. Wieder stimmt die Chemie zwischen uns. Wir haben viel gemeinsames zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>In Santiponce machen wir eine kurze Pause. Leider verpassen wir in Italica, ehemals eine bedeutende R\u00f6merstadt, das Amphitheater. Keiner von uns hat ein Hinweisschild gesehen. Unser weiterer Weg ist sehr kurzweilig. Die Temperatur steigt, ist aber nicht so hoch wie tags zuvor. In Guillena sehe ich dann sp\u00e4ter auf einer Anzeige 35\u00b0 C. Ich schwitze wieder extrem. Aus allen Poren str\u00f6men B\u00e4che von Schwei\u00df. Mein kleines jap. Schwei\u00dftuch kann ich auswringen als ob ich es gerade zuvor gewaschen h\u00e4tte. Die mit 1 Meter Wasserstand angek\u00fcndigte Fuhrt entpuppt sich als kleine Pf\u00fctze, die wir problemlos trockenen Fu\u00dfes begehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Gegen 12:00 machen wir an einem etwas schattigen Platz eine Rast. Hier \u00fcberholt uns ein Pilger. Nun sind wir schon vier Pilger auf der Via de la Plata. Unser Weg f\u00fchrt uns schattenlos an abgeernteten Weizenfeldern oder vertrockneten Sonnenblumenfeldern vorbei. Irgenwann erreichen wir einen kleinen Bach. Joschen und ich springen r\u00fcber, Susi traut sich aber nicht. Wie so oft auf dem Camino naht Rettung durch einen Bauern mit Traktor, der Susi mit r\u00fcber f\u00e4hrt. Schon bald danach sehen wir in der Ferne Guillena . Nich lange sp\u00e4ter erreichen wir einen \u00fcbel riechenden Bach, Susi will einen \u00dcbergang gesehen haben, auch im F\u00fchrer gibt es einen Hinweis dazu. Mein Navi sagt aber weiter am Bach entlang. Susi traut der Technik nicht und so trennen sich hier unsere Wege. Nach vielleicht 10 Minuten erreiche ich die Ortseingangstra\u00dfe. Muss hier nur eine kleine B\u00f6schung hoch klettern und ein M\u00e4uerchen \u00fcbersteigen. Um 13:20 habe ich mein Ziel erreicht und finde auch sehr schnell das im Internet und im F\u00fcher beschriebene Hostel Frances. In der Bar flie\u00dft mir wieder der Schwei\u00df zur Belustigung eines \u00e4lteren Spaniers in Str\u00f6men. Das Zimmer kostet 21 \u0080 und ist zu meiner \u00dcberraschung gro\u00df, hat Klimaanlage, TV, WC und Bad. Jetzt folgt wieder das nun t\u00e4gliche Ritual: &#8222;Klamotten aus, etwas ausruhen, dann duschen, Kleidung waschen und einen Bericht f\u00fcr meinen Blog schreiben&#8220;.<\/p>\n<p>Mein Navi zeigt mir heute 26 gelaufene Kilometer und meine Uhr 3600 verbrannte KCal. Das Knie zeigt keine Probleme, meine Kondition ist trotz 10 Wochen Pause gut, nur meine F\u00fc\u00dfe schmerzen und auch im Brust-Schulterbereich schmerzt es etwas. Ich muss mich wieder an den Rucksack gew\u00f6hnen. Nur der Schwei\u00df tr\u00fcbt etwas meine Stimmung, meine schwei\u00dfnasse Hose sieht aus als ob ich &#8222;undicht&#8220; bin. Insgesamt aber f\u00fchle ich mich gut und fange wieder an den Camino zu genie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sevilla &#8211; Guillena Um 5:00 Uhr ist die Nachruhe vorbei. Im Nachbarzimmer (Dreibett-Zimmer) unterhalten sich junge Spanierinnen recht laut. Sie sind wahrscheinlich erst zur\u00fcck gekommen. Aufstehen will ich aber noch nicht, also lese ich. 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